Diablo II Resurrected - Vom Warlock zurückgeholt
Season 14, und ich bin wieder drin. Eigentlich hatte ich mit Diablo 2 längst abgeschlossen, aber mit Reign of the Warlock kam die erste neue Klasse seit gefühlt einem Vierteljahrhundert dazu, und die wollte ich mir dann doch nicht entgehen lassen.
Als jemand, der Diablo 2 damals rauf und runter gespielt hat ist Resurrected ohnehin wie für mich gemacht. Das Schönste daran: Es sieht ungefähr so aus, wie ich Diablo 2 in Erinnerung habe. Genau diese geschönte Erinnerung trifft das Remaster ziemlich genau. Per Knopfdruck könnt ihr sogar jederzeit auf die alte Grafik umschalten und seht dann, wie sehr der goldene Mantel der Zeit inzwischen euren Blick trübt.
Der Warlock selbst macht eine Menge Spaß, auch jetzt noch, nachdem er zum Season-Start ordentlich Nerfs abbekommen hat. Vorher war er aber wohl auch wirklich jenseits von Gut und Böse, also geschenkt. Praktisch am Einstieg direkt zum Saisonstart: Überall rennen gerade Gruppen durch die Akte, und so war der Weg durch die Hölle mit dem Warlock schneller geschafft, als ich gucken konnte. Jetzt sitze ich am eigentlich spannenden Teil und feile am Equipment. Dabei stoße ich auf etwas, um das ich mich früher nie wirklich geschert habe: die Runen und Runenwörter. Obwohl ich damals viel gespielt und auch nicht gerade wenig zusammengetragen hatte, war das immer so ein Bereich, den ich links liegen ließ. Jetzt aber reizt es mich, ausgerechnet hier das Meta auszuloten.
Dass mir das heute so leicht von der Hand geht, liegt auch an den Modernisierungen der neuesten Version. Allen voran ein endlich eingebauter Lootfilter, ganz ohne externe Tools: Ihr lasst euch das Wertvolle hervorheben, blendet den Müll aus und könnt euch Presets bei Bedarf sogar von anderen importieren. Dazu kommt eine deutlich aufgeräumtere Truhe mit eigenen, stapelbaren Reitern für Edelsteine, Materialien und Runen (bis zu 99 pro Stapel), was das leidige Mulen über Extra-Charaktere überflüssig macht. Und mit der Chronik gibt es nun einen eingebauten Tracker, der festhält, welche Uniques, Set-Teile und Runenwörter mir schon ins Netz gegangen sind. Gerade für jemanden, der sich frisch ins Runen-Thema stürzt, ist das ein Segen.
Was mich dabei immer wieder packt, ist die Frage, wie es sein kann, dass ein über zwanzig Jahre altes Spiel noch immer eines der besten Diablos ist. Diablo 3 finde ich nach wie vor ganz ordentlich. Diablo 4 habe ich ebenfalls gespielt, aber dieser ganze Service-Game-Zirkus aus Events und im Quartalstakt nachgereichten Mechaniken, die einen bei der Stange halten sollen, geht mir inzwischen so auf die Nerven, dass es regelrecht erholsam ist, mal wieder einfach nur ein gutes Spiel mit einer hervorragenden Geschichte und einer Atmosphäre vor mir zu haben, die einfach sitzt. Kein Battle Pass, keine Season-Mechanik, die ich erst durchschauen muss, nur ich, mein Loot und die Hölle.
Empfehlen kann ich Diablo 2 Resurrected daher jedem, der je irgendetwas mit Diablo anfangen konnte. Es macht einen der besten Teile der Reihe wieder visuell spielbar, ohne ihn zu verbiegen. Dazu ist der Controller-Support richtig gut, gerade auf dem Steam Deck spielt es sich wie Butter. Am unkompliziertesten ist es, wenn ihr das Spiel direkt über Steam habt, wo es seit Anfang des Jahres als Infernal Edition liegt und obendrein Steam-Deck-verifiziert ist. Zum Laufen bekommt ihr es zwar auch auf anderen Wegen, aber so ist es schlicht am einfachsten.
Diablo II: Resurrected gibt es als Infernal Edition (inklusive Reign of the Warlock) auf Steam sowie über Battle.net, PlayStation, Xbox und Switch.