Gestartet als Studentenprojekt ist A Story About My Uncle zu einem beeindruckenden Spiel herangewachsen. Die Hauptspielmechanik des Platformers ist das Herumschwingen mithilfe des "Grappling Hook" (dt. Enterhaken) der, bei genügend Erfahrung, zu rasanten Flugpassagen verleitet.

Der Spieler wird in die Handlung als Erzähler eingebunden, der seiner Tochter eine Gutenachtgeschichte über seinen verschwundenen Onkel Fred erzählt. Dabei ist die liebe- und fantasievoll erzählte Geschichte größtenteils gewaltlos und mit einer Spielzeit von drei bis vier Stunden auch angenehm kurzweilig.
Auf der Suche nach seinem Onkel Fred, nutzt der Spieler neben dem Enterhaken weitere in seinen Anzug eingebaute Gimmicks wie z.B. Raketenstiefel oder Booster für weitere oder höhere Sprünge. Diese Gimmicks werden nach und nach eingeführt und gegen Ende des Spiels auch alle zum Meistern der Hindernisse benötigt. Bei den Hindernissen geht es meist darum, sich von einem Ort zum nächsten schwingen. Wobei das in späteren Spielverlauf immer Anspruchsvoller wird. Richtige Rätsel gibt es kaum das finden des Wegs ist meist durch recht eindeutige Markierungen vorgegeben. Eher scheitert es an der Ausführung der jeweiligen Sprungmanöver was gerade gegen Ende hin bei den seltenen Rücksetzpunkten etwas Frust aufkommen lässt.
Der Grafikstil ist sehr stimmungsvoll und passt wunderbar zum Setting des Spiels. Allein die Bewohner der Welt wirken manchmal, dank sehr sparsamer Animationen, etwas Holzpuppenartig. Doch das ist für so einen hübschen Titel wirklich verschmerzbar.

Wie eingangs erwähnt handelte es sich bei A Story About My Uncle zu Anfang um ein Studentenprojekt. Dieses wurde in 11 Wochen auf Basis der Unreal Engine 3 entwickelt und ist auch heute noch kostenlos im Internet zu. Empfehlen möchte ich jedoch die Version die von Gone North Games, das Studio wurde von den besagten Studenten gegründet, weiterentwickelt wurde und seit Mitte 2014 auf Steam, GOG oder im HumbleStore verfügbar ist.