BALL x PIT
Breakout trifft Basenbau: In BALL x PIT werft ihr endlos Bälle auf anrückende Monster, fusioniert sie zu fiesen Kombos und werdet selbst für gescheiterte Runs belohnt.
Wie beschreibt man BALL x PIT am besten? Stellt euch Breakout vor, nur dass ihr unten keinen Balken steuert, sondern einen Helden, der ununterbrochen Bälle nach oben schleudert. Oben warten allerdings keine bunten Blöcke, sondern Monster, die Reihe um Reihe auf euch herabrücken. Die Bälle prallen durchs Feld, richten Schaden an und werden erst wieder verschossen, wenn sie zu euch zurückgekehrt sind. Unterwegs sammelt ihr ständig neue Ball-Typen mit eigenen Effekten ein und verschmelzt je zwei davon zu stärkeren Fusionen.
Ich gebe zu: Die ersten ein, zwei Runden fand ich es vor allem seltsam. Wer kein großer Arcade-Fan ist, fragt sich anfangs, was daran jetzt fesseln soll. Aber dann schaltet ihr die ersten neuen Charaktere frei, fangt an, eure Basis auszubauen, und merkt, dass euch das Spiel für jeden Run belohnt - auch für den gescheiterten. Spätestens da hatte es mich gekriegt.


Basis in der Ressourcen abgebaut und Upgrade-Gebäude gebaut werden können
Die Basis ist dabei kein schnödes Menü zwischen den Runs, sondern spielt sich nach demselben Prinzip: Eure Arbeiter verschießt ihr wie Flipperkugeln übers Baufeld, und alles, was sie berühren, sammeln sie ein oder aktivieren es. Mit den abgefarmten Ressourcen zieht ihr Gebäude hoch, die euch dauerhafte Boni für die Runs geben, mehr Schaden, schnellere Bälle und so weiter.
In späteren Runs geht ihr dann gezielt auf starke Fusionen, also die richtigen Bälle mit den richtigen Effekten kombiniert. Überraschend viel Spaß hatte ich mit dem AFK-Helden, einem Charakter, der selbstständig spielt. So richtig schön wird der, sobald ihr freigeschaltet habt, zwei Charaktere mitzunehmen: Der AFK-Held spielt, der zweite steuert einen dicken Effekt bei, etwa dass statt einem Ball gleich zwei verschossen werden. Nicht jedes Upgrade ist dagegen ein Gewinn. Eines lässt eure Bälle durch alles hindurchfliegen, bis sie die Rückwand treffen - klingt stark, war für mich aber eine Falle: Nachschub gibt es ja erst, wenn die verschossenen Bälle zurück sind, und so endete mancher Run damit, dass meine Bälle oben fröhlich ihre Arbeit machten, während die Gegner mich unten längst erreicht hatten. Macht nichts, danach in der Basis abfarmen, weiterbauen, nächster Versuch.




Gameplay Screenshots
Gegen Ende meiner Spielzeit lief BALL x PIT dann häufig einfach im Fenstermodus nebenbei: der AFK-Held zog einen zweiten Charakter durch die Welt und farmte Upgrade-Ressourcen. Das funktioniert, weil die Metaprogression hier kräftig zulangt und euch die Gebäude-Boni von Run zu Run spürbar stärker machen. Genau das ist aber auch mein größter Kritikpunkt: Irgendwann wird das Spiel dadurch ziemlich einfach. Ich hoffe da auf Updates oder einen DLC, der wieder etwas Herausforderung reinbringt.
BALL x PIT kostet derzeit 14,99€ auf Steam (außerdem für Switch, PlayStation, Xbox und mobil), und der Steam-Deck-Support ist ausgezeichnet. Wer mit Arcade sonst wenig am Hut hat, sollte ihm trotzdem zwei, drei Runden Anlaufzeit gönnen, danach trägt euch die Freude am Optimieren. Wer dagegen auf Dauer gefordert werden will, stößt mit voll ausgebauter Basis irgendwann an die Decke. Für den Preis steckt hier trotzdem jede Menge Spielzeit drin: Bei mir war nach zwei Wochen Dauerbeschuss fast alles freigeschaltet, und bereut habe ich davon nichts.