Brothers: A Tale of Two Sons erzählt die Geschichte zweier Brüder die um ihren kranken Vater zu retten eine gefährliche Reise auf sich nehmen. Dabei durchstreifen sie unterschiedlichste Gegenden mit mystischen Wesen wie Trollen aber auch "alltäglichen" Gefahren wie Wölfe die in der Nacht auf vorbeilaufende Kinder warten um diese zu fressen. Der Spieler lernt während der Abenteuer der beiden Brüder, deren Eigenheiten kennen. Ein Beispiel währe die Angst des jüngeren, sonst eher frechen Bruders vor tiefen Gewässern - eine Angst die er seit dem Tot seiner Mutter auf hoher See, den er mitansehen musste, hat. Durch diese Angst können Gewässer nur mithilfe seines älteren Bruders, an den er sich festklammert, überquert werden. Dies ist einer von vielen Fällen in denen die beiden Brüder nur weiterkommen, wenn sie kooperieren. Ob Schalterrätsel oder Kletterpassagen, in den manchmal etwas aufgesetzten Spielmechaniken wird die kooperation der beiden fast immer vorrausgesetzt. Ein markantes Merkmal von Brothers ist die Steuerung, denn der Spieler steuert beide Brüder gleichzeitig. Aus diesem Grund wird die Nutzung eines Gamepads auch explizit empfohlen, mit diesem kann jeder der beiden Brüder jeweils mithilfe eines der beiden Analogsticks gesteuert werden. Nach einiger Zeit gewöhnt man sich zwar an diese Art der Steuerung, trotzdem kommt es auch nach längerer Spielzeit ab und an zu Zuordnungsproblemen. Dies geschieht leicht wenn die zwei Brüder durcheinander laufen und z.B. der ältere Bruder rechts vom jüngeren steht aber mit dem linken Analogstick gesteuert wird.

Bei der Grafik kann das Spiel dann auf ganzer Linie beeindrucken, die Reise führt durch wunderschöne Gegenden mit weiten grünen Tälern, riesigen Burgen oder zugefrorenen Flüssen. Nur die Spielfiguren lassen etwas Detailreichturm vermissen. Die Musik passt sich wunderbar in den positiven Eindruck ein, die "Sims"-artige Vertonung stört - mich - überhaupt nicht. Allein die etwas aufgesetzten und sich wiederholenden Spielmechaniken und meist recht offensichtlichen Rätsel können den Gesamteindruck etwas schmälern. Wobei hier wohl das größere Augenmerk auf das Spielerlebnis gelegt wurde. Die Geschichte und die mitreissenden emotionalen Momente tragen das Spiel und machen es zu einem Erlebnis bei dessen Ende man dem Spiel alle kleinen Markel verzeiht. Die drei Stunden Spielzeit wahren mitreissend und hinterliessen mehr lohnenswerte Erfahrungen als manch andere viel längere Spiele.

Starbreeze die sonst für Spiele wie The Chronicles of Riddick oder Payday 2 bekannt sind, ist mit Brothers: A Tale Of Two Sons ein ungewohnt ruhiges und tiefgründiges Spiel gelungen. Wer gerne auf der Konsole spielt oder ein Gamepad für seinen PC besitzt, sollte Brothers auf jedenfall eine Chance geben.