*Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf die Destiny Beta die vom
17. bis zum 27. Juli 2014 spielbar war.*

In Destiny, dem neuen Science-Fiction-Shooter von Bungie, schlüpft man in die Rolle eines Hüters der die Erde vor einer außerirdischen Macht retten muss. Destiny wird am 09. September für die Lastgen und Nexgen Konsolen PS3, PS4, XBox360 und XBox One erscheinen.

Am ehesten erinnert Destiny - vom Spielgefühl - an Borderlands 2 ohne Humor, noch weniger Story dafür mehr Shooter und PVP. Neben seinen Shooterqualitäten wird oft mit angeblichen MMO-Mechaniken geworben, diese sind jedoch sehr reduziert und äußern sich in ab und an auftauchenden Mitspielern im selben Levelgebiet und deren Beteiligung, an in diesen Gebieten stattfindenen Ereignissen. Es gibt keine zusammenhängende Spielwelt, eher eine Übersichtskarte wie in Mass Effekt auf der man, aus seinem Raumschiff herraus, das nächste Ziel aussucht und dort nach einer kurzen Zwischensequenz auftaucht. Interessanter ist da der Koop-Modus, in diesem lassen sich Instanzen und Storymissionen mit Freunden bestreiten. Schade nur, dass sich die drei unterschiedlichen Klassen (Titan, Hunter und Warlock) - wenigstens in der Beta - eben gar nicht so unterschiedlich spielen und es kaum Synergieeffekte gibt.

Auch die Story kommt nicht wirklich in fahrt, zwar gibt es explizite Storymissionen, diese sind aber meist wenig interessant und geben wenig über die Geschichte preis. Spielerisch laufen die Missionen meist immer nach Schema X ab, der Ghost (Begleiter) scannt oder hackt etwas und während dessen müssen mehrere Gegnerwellen abgewehrt werden. Die Inszenierung ist ein großer Schwachpunkt von Destiny, kaum Skriptsequenzen oder andere Kniffe um den Spieler in seinen Bann zu ziehen. Die Bosskämpfe sind taktisch wenig herausfordernd, trotzdem machen die Feuergefechte durch die Gegnervielfalt und das gute Waffenhandling Laune. Neben den üblichen Shooter Mechanismen weisst Destiny auch Rollenspiel-Elemente, wie eine Charaktererstellung, Itemdrops, Level und Fähigkeitspunkte auf.

Zum "Open World“-, Story- und Koop-Teil gesellt sich in Destiny auch noch ein PVP-Modus. In diesem können derzeit bis zu sechs Spieler gegeneinander antreten. Auf einigen lassen sich sogar Fahrzeuge wie Schwebepanzer benutzer. Am ehesten erinnert der Multiplayer-Modus an den von Halo und ist alles in Allem eine sehr spaßige Angelegenheit.

Vieles von Destiny ist nicht neu - nur neu zusammen gemischt. Minimale Anleihen von MMOs, viele von Shootern und Koopspielen, dazu noch ein wirklich spaßiger Multiplayer. Auch wenn Destiny nicht die neue Grafikreferenz für Nexgen Konsolen wird, kann es mit einem hübschen Stil und einer ansonsten immer recht stimmigen Grafik überzeugen. Auf eine imposant erzählte Geschichte verzichtet Destiny, dies kann vielleicht auch daran liegen, dass die Marke Destiny auf zehn Jahre angelegt ist und Bungie sich noch einiges für spätere Spiele und DLCs aufheben will. Aus meiner Sicht, wurde etwas zu viel Werbung mit MMO-Funktionalitäten gemacht, die sind - wenigstens in der Beta - fast zu vernachlässigen. Wer den überdrehten Stil von Borderlands 2 nicht mag aber gerne im Koop rum ballert und zusätzlich noch interessante PVP-Gefechte bestreiten will, kann in Destiny sicherlich einen netten Zeitvertreib finden.