Wildstar

Wildstar

Das MMO Wildstar des Publishers NCsoft ist heute erschienen, im Rahmen des Headstarts konnten Vorbesteller schon seit dem 31. Mai spielen. Wildstar ist ein Pay-to-Play MMO, es versucht also mit monatlichen Gebühren sein Lebensunterhalt zu verdienen. Für hochmotivierte Spieler wird es auch Möglichkeiten geben, sich die Monatsgebühren, wie in Eve Online, InGame mittels einer eigenen Währung (C.R.E.E.D.) zu erarbeiten. Wildstar spielt in einem Scifi-Setting, also weniger Burgen, Schwerter und Drachen dafür mehr Raumschiffe, Laser und Psychohamster.

Der Grafikstil von Wildstar erinnert an den von World of Warcraft und kann auch bezüglich der Qualität mithalten wenn nicht sogar in einigen Bereichen den von WoW übertreffen. Auch ganz allgemein erinnert Wildstar stark an ein gut gemachten Clone von World of Warcraft. Was auch nicht weit hergeholt ist, da die Entwickler selbst sagten sie würden ein Spiel machen, dass wie World of Warcraft sei - nur besser.

Das Vorhaben ist Ihnen zumindest beim Kampfsystem gelungen, die Kampfmechanik zeichnet sich durch einen viel dynamischeren Kampfablauf aus. Statt den Gegner einmalig ins Visier zu nehmen und dann nur noch Aktionen auszulösen, wirken alle Fähigkeiten in Flächen die auf dem Boden visualisiert werden. Nun muss der Spieler selbst durch die Positionierung des Charakters zielen und gleichzeitig den Attacken des Gegners ausweichen, der die selbe Mechanik nutzt. Diese Kampfart findet auch in der offenen Welt und nicht nur in Instanzen bei Bossen, wie bei World of Warcraft, statt. Somit muss der Spieler stark darauf achten, wo er Steht und ob er da auch noch in ein paar Sekunden stehen will.

Im Bereich der Quests kann Wildstar leider nicht in Gänze überzeugen, gewinnen kann es mit häufig abgedrehten und lustigen Quests die einen vom Humor an Spiele wie Borderlands erinnern. Zum Beispiel gibt es an einem Questhub Schwürfel, das sind geklonte würfelförmige Schweine die durch Ihre Form leichter zu stapeln sind. Leider ist das Ausgangstier verschwunden und die Klone von Klonen entwickeln sich zu üblen Monstern, bei deren Bekämpfung man nun behilflich sein soll. Diese art Humor ist Hauptmerkmal vieler Quests und rettet die sonst etwas angestaubte Questsmechanik ein wenig. Etwas angestaubt in dem Sinne, dass es eine Questhub-Mechanik gibt. Also Punkte an denen man sich viele Quests abholt, diese erledigt und zum nächste geht. Die Quests sind üblicherweise durch Töte-und-Sammel-Aufgaben geprägt. Ab und an gibt es auch Quests die spaßige Spielmechaniken nutzen wie z.B. Sprungaufgaben in Schwerelosigkeit oder dem Ausweichen von Artillerie, nach dessen die halbe Region verwüstet, man selbst aber um etwas Geld und Erfahrung reicher ist.

Es gibt auch Abenteuer die allein oder in Gruppen bewältigt werden können. In diesen kann man z.B. ein energieloses Raumschiff im Raumanzug erkundet und feststellt, dass die Besatzung von Parasiten befallen ist und man dann versucht dieser Plage Einhalt zu gebieten. Dabei kämpft man auf dem Raumschiff, einem Asteroiden und unterhalb dessen Oberfläche in einer Miene. Präsentiert wird einem die Geschichte, wenn es keine spezielle Zwischensequenz gibt, meist in Textform was nach SWTOR und ESO ein wenig altbacken wirkt.

Abenteuer auf Raumschiff Abenteuer auf Raumschiff Abenteuer auf Raumschiff Abenteuer auf Raumschiff Abenteuer auf Raumschiff Abenteuer auf Raumschiff Abenteuer auf Raumschiff Abenteuer auf Raumschiff

Natürlich gibt es auch Instanzen was uns auch gleich zum Thema Schwierigkeitsgrad von Wildstar bringt, die Entwickler versprachen knackige Instanzen, die fordern und sich somit vom üblichen Casual-MMO-Einheitsbrei absetzen (siehe hier).
Nun ja, dass haben sie geschafft! Allerdings wird durch das neue Kampfsystem und den knackigen Schwierigkeitsgrad das spielen in zusammengewürfelten Gruppen, wenigstens zum jetzigen Zeitpunkt, zu eine Geduldsprobe. Das größte Problem ist derzeit, dass viele Mitspieler ihr aus World of Warcraft oder ähnlichen Spielen anerlerntes Wissen anwendenden. So lassen sich Gegner z.B. nicht mehr so einfach Unterbrechen, es bedarf mehrerer gleichzeitiger Unterbrecher um überhaupt aussichten auf Erfolg zu haben. Auch Heiler sind in Wildstar keine Balkenklicker mehr, sie erzeugen nun Flächen in denen Heileffekte wirken. Somit muss sich die Gruppe mehr dem Heiler anpassen und nicht mehr wild umher rennen. In miteinander kommunizierenden Gruppen und mit Mitspielern die, die neuen Spielmechaniken verstehen, machen die Instanzen allerdings durch den Anspruch richtig spaß.

Haus von Innen Haus von Außen

Erfreulich viel spaß macht auch das Housing. Ab Level 14 bekommt man eine fliegende Insel auf der man sein Haus bauen kann, dabei baut man nicht selbst Mauern etc. sondern wählt sich eins aus einer vorgegebenen Liste aus. Weiterhin können andere Bereiche wie Bergwerke, Verkaufsautomaten aber auch Sprungherausforderungen gebaut werden. Diese Gebäude haben meistens einen Nutzen wie das abbauen von Rohstoffe oder das Erhalten von Buffs. Neben dem Hauptgebäude und Nebengebäuden lassen sich auch beliebig kleinere Gegenstände wie z.B. Bäume oder Plüschtiere platzieren. Diese Gegenstände sind meist Belohnungen für das Absolvieren von Herausforderungen oder Quests und können auch im Haus als Dekoration verwendet werden.

Fazit

Abschließend lässt sich sagen, dass Wildstar ein gut gemachtes MMO ist, welches sich viele Elemente aus World of Warcraft einverleibt. An den richtigen Stellen, wie dem Kampfsystem, bietet Wildstar Weiterentwicklungen die es zu einem interessanten Spiel machen. Wer überhaupt nichts mit MMOs wie World of Warcraft oder Guild Wars 2 anfangen konnte, wird wohl auch mit Wildstar keine große Freude haben. Wer jedoch einfach die Nase voll vom Fantasy-Einheitsbrei und den immer einfacher werdenden Encountern hat. Der wird mit Wildstar ein sehr forderndes und spannendes Spiel bekommen, welches an den richtigen Stellen Verbesserungen und neue Features aufweist.